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Kirche Hütten

Folgendes ist über die Geschichte der Kirche Hütten von Peter Ziegler zu lesen (Peter Ziegler, Hütten, Wädenswil 1987,16-18):

Der Kirchenbau von 1855/56

Ein tiefgreifendes Ereignis bedeutete der Bau der heutigen Kirche in den Jahren 1855/56. Als Frucht langjähriger Verhandlungen hatte die Gemeinde Hütten im Januar 1855 der Zürcher Regierung eine Bittschrift eingereicht, in welcher auf den dringend notwendigen Kirchenbau aufmerksam gemacht wurde. Das jetzige Gotteshaus sei klein, eng, dunkel und ausserordentlich feucht, wurde in der Bittschrift aufgeführt. Man sie durch dringendste Umstände zum Neubau genötigt und wolle nicht aus Eitelkeit oder gar Leichtsinn einen Neubau. Durch einen Staatsbeitrag in der Höhe von 6000 Franken ermuntert, beschlossen die Kirchgenossen definitiv, ein neues Gotteshaus zu bauen, Sie wählten eine Baukommission und liessen vom Architekten und Staatsbauinspektor des Kantons Zürich, Johann Kaspar Wolff (1818-181), Pläne zeichnen. Dieser entwarf einen spätklassizistischen Saalbau mit quergestellten Eckstreben, rechteckigem Chor und Frontturm unter niedrigem Zeltdach.

Am Ostermontag 1855 versammelte sich die Gemeinde zum letzten Mal in der alten Kapelle von 1668, um Pfarrer Konrad Aeberlis Predigt zu vernehmen. Wenige Tage später riss man das alte Gebäude nieder. Am 19. Ami 1855 wurde mit den Fundamenten begonnen, und am 1. Juli feierte die Gemeinde mit Gebet und Gesang die Grundsteinlegung. Die Hüttner halfen beim Kirchenbau mit: Sie führen Sand und Kalk auf den Bauplatz, schleppten Steine und Holz, und so schritt das Werk rasch voran. Am 26. September richteten zehn Zimmerleute den Dachstuhl auf. Tags darauf versammelten sich Väter und Söhne jeder Haushaltung zu einem einfachen Abendessen in der „Krone“.

Wieviele Glocken sollten für den Neubau angeschafft werden? Wem war der Guss zu vergeben? Nach langem Hin und her schloss die Baukommission am 10. Dezember 1855 mit der Glockengiesserei Rosenlaecher in Konstanz einen Vertrag über die Lieferung von vier Glocken ab, die noch heute das Geläute bilden. Sie wurden am 26. Juni 1856 gegossen, wiegen zusammen 1926 Kilogramm und sind auf E-Dur gestimmt. Die grösste Glocke, 996 Kilogramm schwer, trägt die Inschrift:

„Liebe gegen Gott und Brüder,
Heil’ge Liebe tie und rein,
Soll der Grundton aller herzen,
Aller Stimmen Einklang sein.“

Die Betglocke, 521 Kilogramm wiegend, verkündet:

„Im ersten Morgenlichte,
Im letzten Abendschimmer,
Ruf ich ernst und milde,
In jedes Herz hinein:
Oh, wendet eure Hertzen
Der ew’gen Heimat zu;
Nur was treu für sie wirket,
Geht ein zur Himmelsruh.“

Die 283 Kilogramm schwere Leichenglocke tröstet:

„Selig sind die Gottes Wort hören und bewahren;
Selig sind die Toten, die im Herrn sterben.“

Und die mit dem Gemeindewappen gezierte kleinste Glocke, welche 126 Kilogramm wiegt, trägt den Spruch:

„Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesu Christo! Amen.“

Im Sommer 1856 ging die Kirche Hütten der Vollendung entgegen. Über die Einweihungsfeier am 20. Juli stand im „Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee“: „Ungeachtet starker Regen vom Himmel floss, so wurde die Feier aus der Nähe und Ferne von vielen Teilnehmers besuch. Die Feier war ganz kirchlicher Natur und wurde auch in diesem Sinne ausgeführt. Das Mittagsmahl würzten einige Toaste, die nur das kirchliche Leben und Wirken beschlugen. Zwei Ansprachen, begleitet mit verdankenswerten Gaben für den Kirchenbau, wirkten sehr wohltuend auf die Vorsteher Hüttens ein. Solche Gaben verraten edeldenkende Gesinnung. Und wenn derselben öffentlich erwähnt wird, so geschieht dies wohl aus dem Grunde, dass andere ebenfalls werktätig ihren christlichen Sinn auf ähnliche Weise für den Kirchenbau in Hütten aussprechen werden.“

Die Hüttner nahmen die Geldspenden für die neue Kirche gerne entgegen, bereitete doch die Finanzierung des Werkes grosse Probleme. 335 Klafter Korporationswald waren schon geschlagen worden, um die Schuld zu decken, aber dies alles hatte nicht ausgereicht. 35 000 Franken mussten für den Kirchenbau bezahlt werden und 7000 Franken für die Glocken, obwohl man das alte Geläut an Zahlung gab. Wie froh und dankbar waren da die Einwohner von Hütten, als der Kirchenrat im August 1856 von allen Kanzeln verkünden liess: „Traget in christlicher Nächstenliebe euer Scherflein bei, die Kirche Hütten zu finanzieren!“ Der Sammlung war Erfolg beschieden; die Hüttner konnten sich nun so recht an ihrer neuen Kirche freuen.

Im zweiten Band der „Kunstdenkmäler des Kantons Zürich“ gab Architekt Hermann Fietz im Jahre 1943 folgende Beschreibung der reformierten Kirche Hütten:

„Dem langrechteckigen, an dem vier Ecken von quergestellten Streben gestützten Saal der in neugotischer Form erbauten Kirche ist an der nordöstlichen Schmalseite, etwas eingezogen, ein gerade abgeschlossenes und gleichfalls von Eckstreben gestütztes Chor angebaut, in der Mitte der gegenüberliegenden Südwestseite ein quadratischer Turm dessen Erdgeschoss als Vorhalle dient. Im Äussern ist die Kirche ein Putzbau mit Architekturteilen in Sandstein, mit Rundbogenfenstern und verschieden hohen Satteldächern über Langhaus und Chor. De schlanke, in den unteren Geschossen untergliederte Turm hat im Glockenhaus über dem Kaffgesims rundbogige Schallfenster und trägt über dem strak ausladenden Hauptgesims ein niederes Zeltdach. Die Profilierungen zeigen eine Vermischung von gotischen und Renaissance-Elementen. Der Kirchensaal mit flacher Gipsdecke über einem tief gekehlten Hauptgesims öffnet sich in einem halbkreisförmigen Chorbogen nach dem um drei Stufen erhöhten Chor. Im Westen ist eine schmale, auf einer innern Treppe zugängliche Empore eingebaut. Die gesamte Ausstattung stammt aus der Zeit des Kirchenneubaus von 1856.“

Das Kirchgebäude, dessen Innenausstattung sowie die Kirchenumgebung erfuhren im Laufe der Zeit Änderungen.

 
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