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Kirche Schönenberg

Folgendes ist über die Geschichte der Kirche Schönenberg von Peter Ziegler zu lesen (Peter Ziegler, Schönenberg, Wädenswil 1998,12-16):

Schönenberg trennt sich von der Kirchgemeinde Wädenswil

Die Bewohner der Höfe im Wädenswiler Berg, dem heutigen Gemeindegebiet von Schönenberg. besuchten seit alters die Gottesdienste in der Dorfkirche Wädenswil. Dorthin brachte man die Kinder zur Taufe, hier wurde man konfirmiert. hier schloss man den Bund der Ehe, und auf dem Wädenswiler Friedhof landen die Toten ihre letzte Ruhestätte. Der Kirchgang von der Sihl und vom Berg hinunter ins Dorf war weit und für ältere Leute oft beschwerlich. namentlich im Winter. Und hatte man sieh durch Schnee und Wind gekämpft. konnte es einem erst noch passieren, dass man in der engen, überfüllten Wädenswiler Kirche keinen Sitzplatz mehr fand. Nachdem es wiederholt zu unschönen Auftritten, ja zu Raufereien uni Plätze gekommen war, forderten die Bewohner aus dem oberen Wädenswiler Berg im Jahre 1698 energisch Abhilfe. Sie verlangten den Bau einer eigenen Kirche im Wädenswiler Berg. Manche Kirchgenossen im Dorf, in der Au und im unteren Wädenswiler Berg konnten sich mit dieser Idee nicht befreunden, wünschten sie doch selber einen Neubau der Dorfkirche, welcher - konnten die Leute aus der oberen Bergregion ihr Projekt vorher verwirklichen nicht zuletzt aus finanziellen Gründen wieder in weite Ferne rückte.

Mit Unterstützung der Zürcher Regierung kamen die Bewohner des Wädenswiler Berges zum Ziel. In den Jahren 1702/1703 entstanden auf dem Platz im Geissferen, den der dort ansässige Wirt Jakob Eschmann verkauft hatte, ein Kirchengebäude - doch noch ohne Glockenturm -. ein Pfarrhaus und ein mit Ringmauer umgebener Friedhof. der in Kriegszeiten zugleich als Befestigung dienen konnte.

Bis 1703 wird in den Akten immer vom Kirchenbau im Wädenswiler Berg berichtet. Am 6. Januar 1703 ist dann erstmals von «Schönenberg« die Rede und im 9. Januar 1703 von «Son- neberg. Wer diese Bezeichnung festgelegt hat, ist bis heute unklar. Tatsache ist jedoch. dass sich der Name für die durch den Stand Zürich neu geschaffene Kirchgemeinde im Berg rasch durchsetzte und den älteren Flurnamen Geissferen verdrängte. Am 18. März 1703 weihte Dekan Johannes Hegi, Pfarrer in Thalwil, die Kirche «auf dem Schönenberg« ein.

Die Abrechnung über alle Einnahmen und Ausgaben für Kirche, Pfarrhaus und Ringmauer «am Schönenberg» in der Herrschaft Wädenswil wurde am 31. Mai1703 abgenommen. Schönenberg hatte sich damit kirchlich von Wädenswil getrennt und war fortan eine eigene Kirch- gemeinde mit eigenem Pfarrer und eigener Kirchenbehörde. Richter Rudolf Stocker verwaltete das bescheidene Kirchengut «der Kirchen Schönenberg am Wädenswyller Berg« und legte über die Jahre 1716/17 erstmals Rechnung ab.
Im Jahre 1703 wurden der neuen reformierten Kirchgemeinde Schönenberg durch Beschluss des Zürcher Rats 23 Höfe aus der Kirchgemeinde Wädenswil, 13 Höfe aus Richterswil und 6 Höfe aus der Kirchgemeinde Hirzel zugeteilt. Von Wädenswil trennte man ab: Egg, Tanne. Schulhaus Mittelberg, Vorder Rechberg, Maas. Schwarzenbach, Rain, Wald, Haslaub, Gschwänd, Wolfbüel, Geissferen (Schönenberg), Langwis, Säubad. Stollen, in der Au, Bue- benwis, Täglischür, Fernegg, Zweierhof, Mülistalden, Chülpen und Rotenblatt. Aus der Kirchgemeinde Richterswil kamen zu Schönenberg: Unter und Ober Chneus, Tannenmattli, Langmoos, Vorder Langmoos, Sägel, Unter und Ober Hängerten, Böschen, Rebgarten, Unter und Ober Laubegg, Hütten. Von Hirzel zu Schönenberg umgeteilt wurden die Höfe Aesch. Ober und Unter Wisserlen, Nussbäumen. Müsli sowie Hinter Rechberg.

Bis 1752 war Hütten eine Filiale von Schönenberg, der Schönenberger Pfarrer hatte in der Kapelle Hütten alle 14 Tage Gottesdienst zu halten. Auch von 1805 bis 1824 war der Pfarrer von Schönenberg für beide Gemeinden zuständig. Dann wurde Hütten zur eigenen Kirchgemeinde erhoben. Mit Ausnahme der Umteilung von Finsterseehalde zu Hütten im Jahre 1921 blieben die Grenzen der Kirchgemeinde Schönenberg seit 1824 unverändert.

Zur Baugeschichte der Kirche

Als Bauplätze für die Kirche Schönenberg kamen nach Meinung einer Ratskommission, die im Frühling 1698 einen Augenschein genommen hatte, Stollen. Geissferen. Wolfbüel oder Laubegg in Frage. Die Obrigkeit gab dann im Jahre 1700 dem zentral gelegenen Geissfern den Vorzug und liess hier auf dem vom Wirt Jakob Eschmann erworbenen Land im Januar 1702 den Grundriss abstecken, damit die Steine an den richtigen Ort geführt werden konnten. Bauherr war Zürich, darum lieferte auch der Zürcher Stadtingenieur Hans (Caspar Werdmüller die Pläne. Am Bau, zu dem die Anwohner Frondienste leisteten, waren Handwerker aus Zürich sowie aus der Herrschaft Wädenswil und Umgehung beteiligt: Maurer Johannes Schneider und Steinmetz Oeri, Zimmermeister Heinrich Hofmann Erlenbach) und Heinrich lsler (Wädenswil), Tischmacher Hans Diezinger (Wädenswil), Glaser Waser, Maler Füssli und Schlosser Hans Georg Strickler aus Richterswil.

Die Kirche Schönenberg. die am 18. März 1703 eingeweiht werden konnte, war ein schlichter, dreiseitig geschlossener Bau mit ostseits abgewalmtem Satteldach und einem Dachreiter mit “weltscher” Haube. Darin hingen anfänglich zwei, seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts drei Glöcklein aus der Zürcher Giesserei Füssli.

Sieben grosse und vier kleine Wappenscheiben, von Mitgliedern des Zürcher Rats gestiftet, schmückten das Innere der mit einer bemalten Holzdecke ausgestatteten Kirche. Nachdem ein Sturm die Glasgemälde 1779 arg beschädigt hatte, wurden sie nicht mehr ersetzt. Die hölzerne Kanzel - ein von einem Sockel getragener sechsseitiger Korb mit Spiralsäulchen - soll nach mündlicher Überlieferung von Leutnant Streulis Söhnen in der Rietwies Horgen gestiftet worden sein. Die Gattin des Wädenswiler Landvogtes Hans Heinrich Hirzel-von Salis schenkte den Taufstein in die neue Kirche Schönenberg. Er wurde 1873 durch den heutigen achtseitigen aus Splügen-Marmor ersetzt, stand dann lange Zeit in einem Garten in der “Tanne” hernach auf dem Friedhof Schönenberg und kann jetzt an wettergeschütztem Ort besichtigt werden. Wichtige Änderungen am Kirchengebäude gehen in die 1890er Jahre zurück: 1894 entfernte man die hölzerne Kirchendecke. Fuhrmann Eschmann im Moos ergantete die Bretter und haute sie in seinem Haus ein. Sie sind dort heute noch zu sehen. Anstelle der Holzdecke verfertigte Gipser Oertli aus Ennenda eine neue Kirchendecke aus Gips.
 
Als am Kirchengebäude und am Dachreiter grössere Reparaturen nötig wurden, nahm der Staat Zürich, als Eigentümer der Baute, mit der Gemeinde Schönenberg Verhandlungen auf, die zu folgendem Resultat führten: Der Staat Zürich übergab der Kirchgemeinde Schönenberg die Kirche zu Eigentum und bezahlte eine Ablösungssumme. Dafür verpflichtete sich Schönenberg. das Kirchengebäude zu renovieren und auf der Westseite des Schiffes einen Glockenturm zu hauen. Der nach den Plänen von Kantonsbaumeister Hermann Fietz erstellte Turm in Backsteinwerk war 1897 vollendet. Im Erdgeschoss öffnet er sich nach drei Seiten hin in Bogentoren. Im Glockengeschoss wird er von zwei gekoppelten und zwei einfachen Rundbogenfenstern durchbrochen. Er endigt mit vier Giebeln. die einen achtseitigen. kupfernen Spitzhelm tragen.

Am 19. Juli 1897, morgens elf Uhr. fuhren fünf von 12 Pferden gezogene Wagen mit den reich bekränzten vier neuen Glocken im Gesamtgewicht von 4300 Kilogramm und dem dazugehörenden Beiwerk durch die Triumphbogen bei der “Tanne” zur Kirche. Am Nachmittag zog die Jugend die neuen Glocken in den Turm hinauf. Die offizielle Einweihung mit Festgottesdienst, Bankett, Konzert und Jugendfest fand am 29. August 1897 statt. Die alten drei Glocken - sie waren 1868 von Jakob Keller in Unterstrass bei Zürich gegossen worden - führte man im Herbst 1897 nach Aarau zum Einschmelzen in der Giesserei Rüetschi, welche das neue Geläute geliefert hatte.

Die vier Glocken, die heute noch im Turm hängen. tragen folgende Inschriften:

Grosse Glocke, tiefes C.

“Ehre sei Gott in der Höhe”


Betzeitglocke, E.
“Wachet und betet”

Vesperglocke, G.

“Friede sei mit Euch”

Totenglocke, hohes C.

“Sei getreu bis in den Tod”

Bis 1950 läutete der Sigrist die Kirchenglocken von Hand. Läuterbuben halfen ihm dabei. Dafür hatte ihnen der Sigrist nach altem Brauch am Silvesterabend ein Schübligmahl zu spendieren. Nach dem Essen begab man sich gemeinsam in den Glockenturm. um das alte Jahr aus- und das neue Jahr einzuläuten. Am Reformationssonntag 1950 wurden die Glocken erstmals elektrisch geläutet. Seit das Uhrwerk im Turm 1976 durch eine Quarzuhr ersetzt worden ist, zeigt die Turmuhr immer genaue Zeit an. Über eine Antenne erhält sie alle zwei Minuten Zeitimpulse von der Mutteruhr in Neuenburg.

Das Kirchengebäude. dessen Innenausstattung sowie die Kirchenumgebung erfuhren im Laufe der Zeit verschiedene Änderungen.

 
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